Den Kleiderschrank ausmisten mit der KonMari-Methode: Anleitung & meine persönlichen Erfahrungen

kleiderschrank-ausmisten-mit-der-konmari-methode-anleitung-und-meine-persoenlichen-erfahrungenIch habe mich bisher nie groß mit dem Thema Ausmisten beschäftigt. Manchmal hat es mich überkommen und ich habe meinen Kleiderschrank aussortiert, allerdings habe ich mich damit immer relativ schwer getan…wie wahrscheinlich viele von euch! Irgendwo hängt das Herz einfach an den Dingen, die man über die Jahre anhäuft. Und es ist schwer, etwas das einem gehört loszulassen. Zumindest geht es mir so. Ein Kleiderschrank sollte allerdings nie zu voll sein – die Grundregel. Sonst verliert man den Überblick und trägt aus Zeitnot das Nächstbeste – obwohl man es vielleicht gar nicht mehr richtig mag. Daher sollte man meiner Meinung nach zu Beginn jeder neuen Saison eine kleine Aufräum- und Ausmistaktion starten.

Durch Zufall bin ich auf das Buch Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ von Marie Kondo aufmerksam geworden…ganz ehrlich: der Titel klingt schon sehr vielversprechend, oder nicht? Das Buch wird gerade ziemlich gehypt und ich habe bisher nur positive Rezensionen darüber gelesen, also wurde ich neugierig und habe es mir bestellt. Heute habe ich euch die wichtigsten Schritte, nach denen man nach der KonMari-Methode richtig ausmistet, zusammengefasst.

1. Ausmisten Schritt für Schritt nach Kategorien: alles muss raus aus dem Schrank!

Viele Leute gehen beim Ausmisten zimmerweise vor. Nach KonMari wird allerdings nach Kategorien ausgemistet. Der Anfang wird bei der Kleidung gemacht. Danach kommen Bücher, Kosmetik, Küchenutensilien und ganz zum Schluss Krimskrams und Erinnerungsstücke (da diese meist am Schwersten zum Aussortieren sind).

Alles aus einer Kategorie wird zunächst an einem Ort gesammelt. Wenn ihr also mit dem Ausmisten beginnt, kommt zuerst alle Kleidung gesammelt auf einen Haufen. Wobei man diese wiederum in Unterkategorien aufteilt: also erst alle Shirts, dann Taschen, Hosen usw. jeweils raus aus dem Schrank auf den Boden. Es ist sehr wichtig, dass ihr wirklich alles aus eurem Schrank ausräumt! Hängt die Hälfte noch auf dem Bügel ist es sehr einfach zu entscheiden, dass das Stück weiterhin da hängenbleiben soll. Es ist zwar mit etwas Aufwand verbunden aber wer den gewünschten Erfolg haben möchte, sollte hier wirklich konsequent sein.

Durch das Ausmisten nach Kategorien hat man einen genauen Überblick der Dinge, die man besitzt. Das macht das spätere Lagern viel einfacher. Denn nach KonMari werden alle Dinge einer Kategorie zusammen an einem Ort gelagert – damit man genau weiß, wo man suchen muss!

2. Die Grundregel beim Ausmisten: Macht es mich glücklich?
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Es gibt viele Methoden zum Ausmisten. Ich kenne zum Beispiel einige Leute, die alles was sie im letzten Jahr nicht getragen oder benutzt haben, aussortieren. Andere räumen sobald ein neues Kleidungsstück einzieht ein Altes weg. Wieder andere misten aus sobald alle Kleiderbügel voll sind. All diese Methoden fokussieren sich allerdings darauf was aus dem Kleiderschrank raus soll. Marie Kondo jedoch hat eine ganz einfache Grundregel beim Ausmisten aufgestellt: Macht mich dieses Stück glücklich? Bereitet es mir Freude?

Jedes einzelne Kleidungsstück soll in die Hand genommen werden und dabei soll man ganz genau auf das Bauchgefühl hören. Habe ich wirklich Freude an diesem Teil? Gefällt mir die Farbe, der Stoff, der Schnitt, was fühle ich wenn ich das Stück in den Händen halte? Klingt zugegebenermaßen erst mal ziemlich spirituell und vielleicht etwas abgedreht. Es ist auf jeden Fall am Anfang gar nicht so einfach! Bei vielen meiner Kleidungsstücken hatte ich kein klares Bauchgefühl. Mit Erschrecken musste ich feststellen wie wenig mir die Vielzahl meiner Kleidung wirklich bedeutet bzw. wie wenige dabei sind, bei denen ich ganz klar sagen konnte: Ohja, das bleibt.

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KonMari hilft dem persönlichen Stil näher zu kommen

Ich habe die KonMari-Methode für mich persönlich etwas zweckentfremdet. Ich habe sie dafür genutzt um mir und meinem persönlichen Stil noch etwas näher zu kommen. Genau zu fühlen, was ich wirklich mag, welche Stoffe und Schnitte mir am Besten gefallen. Ich bin meinen Kleiderschrank mehrmals durchgegangen. Beim ersten Durchgang konnte ich drei Säcke füllen, die ich allesamt weggegeben und gespendet habe. Danach hatte ich aber immernoch das Gefühl, dass das noch nicht genug ist, dass da noch mehr unnötiges Zeug lagert, das ich nicht brauche und mir keine Freude bereitet. Also bin ich nochmal durch. Und nochmal. Mit jedem Mal habe ich mich erleichtert gefühlt. Denn mit jedem Durchlauf hatte ich das Gefühl mir und meinem Stil näher zu kommen. Ganz langsam. Es war ein faszinierender Prozess!

Die Sachen, die ich im zweiten und dritten Durchlauf aussortiert habe, habe ich in Koffern gelagert, denn ich hatte dann doch zu großen Respekt davor soviel wegzugeben – auch wenn Marie Kondo dazu rät alles gleich wegzuschaffen. Ich traue meinem Bauchgefühl hier noch nicht so ganz! Ich habe die Sachen jetzt erstmal weg in den Keller gepackt und schaue in ein paar Monaten ob ich etwas davon ganz dringend wieder haben möchte.

Durch das Ausmisten des Kleiderschranks nach KonMari merkt man sehr schnell welche Art von Kleidungsstücken einem am Meisten Freude bereiten und somit bekommt man ein besseres Gespür für den eigenen Stil und lernt welche Art von Kleidung man beim nächsten Shoppingtrip vielleicht eher meiden sollte. Es ist glaube ich das Ziel jeder Modebegeisterten einen Kleiderschrank gefüllt mit Dingen zu haben, die glücklich machen!  Schade ist es allerdings trotzdem, dass wir in einer Zeit leben, in der wir Dinge weggeben müssen um uns wieder befreit zu fühlen…die Generation unserer Großeltern hatte dieses Problem definitiv nicht.

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Ich habe mir aufgeschrieben was ich für zukünftige Käufe gelernt habe. Hier ein paar Auszüge:

  • Ich trage nicht gerne auffällige und bunte Muster. Beim Shopping bin ich vielleicht erstmal begeistert und fasziniert davon aber nach einem Mal tragen, liegt das Stück dann meist unangetastet im Schrank.
  • Farben wie Burgunderrot, Dunkelblau, Gelb, Orange und Grün trage ich (zumindest aktuell) nicht. Ich hatte einige schöne Taschen, Röcke und Blusen in den Farben, trage sie jedoch so gut wie nie. Daher habe ich sie auch weggepackt!
  • …was mich zum nächsten Punkt führt: keine Überraschung aber ich trage mit Vorliebe Weiß, Rosa, Hellblau und Nude-Töne. Manchmal wünschte ich mir ich würde Schwarz und Dunkelgrau so gerne mögen wie die Allermeisten anderen denn es ist viel pflegeleichter. Aber seinen Geschmack kann man sich nicht aussuchen 😉 Ich liebe helle Farben einfach! Also muss ich einfach sehr bedacht mit diesen Stücken umgehen.
  • Knallenge Sachen kann ich gar nicht mehr haben
  • Alle Sachen mit 3/4 Ärmel habe ich aussortiert. Sie nerven mich! Entweder kurze Ärmel oder Langärmel, alle anderen Längen kaufe ich nicht mehr.
  • Ich liebe weiche Stoffe aus Baumwolle, Kaschmir oder auch feste Leinenstoffe. Jersey und Polyester trage ich nicht gerne und fühle mich auch nicht sehr wohl darin. Lektion für die Zukunft: egal wie günstig das Teil ist, lieber in ein hochwertigeres Stück investieren aus einem Material, das ich wirklich mag.

Letztendlich hat sich für mich vieles nochmal bestätigt und ich habe festgestellt, dass ich meinen Stil mittlerweile als sehr klassisch einordnen würde. Ich liebe schlichte Schnitte, klare Linien und monochrome Kleidung. Ich liebe Weiß. Und oh, ich liebe Rosa.

Falls euch das Thema persönliche Stilfindung interessiert: Hier habe ich schon mal einen Post darüber geschrieben.

3. Kleidung richtig lagern

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Nach KonMari wird so gut wie alle Kleidung in Rechtecke gefaltet (Videoanleitungen zum genauen Falten findet ihr zum Beispiel hier). Marie Kondo rät von der traditionellen Stapelung von Kleidung übereinander ab. Die Übersicht geht so nämlich verloren, womit sie absolut Recht hat! Wer kennt nicht Stapel voller Sweatshirts, bei denen die Hälfte nach hinten rutscht? So greift man meist sowieso zum Nächstbesten, zu dem was ganz oben liegt.

Die Kleidung wird vertikal in Schubladen gestellt (so sieht das dann im Idealfall aus). Sie empfiehlt tatsächlich das Meiste zu falten und in Schubladen oder kleinen Schuhkartons einzusortieren, da man so einen wunderbaren Überblick hat. Nur Blusen, Kleider und Röcke müssen aufgehängt werden.

Ich finde ihren Ansatz zur Lagerung genial! Ich habe meine Sachen nun alle farblich sortiert und zum Beispiel alle schwarzen oder weißen Pullover jeweils gefaltet in einen Karton sortiert. So habe ich direkt alles auf einen Blick und weiß wo ich suchen muss. Leider habe ich es nicht geschafft Fotos davon zu machen – hole ich nach, falls es euch interessiert!?

Dein Kleiderschrank ist wie ein kleines Haus

Marie Kondo schlägt vor sich seinen Kleiderschrank wie eine kleine eigene Wohnung einzurichten und ihn innen liebevoll zu dekorieren. Unser Kleiderschrank ist schließlich etwas sehr Persönliches, da dürfen wir uns austoben und ihn mit all dem schmücken, was uns Freude bereitet. Früher waren meine Wände voller Postkarten mit meinen Lieblingszitaten. Irgendwann konnte ich die Wände voller Wörter aber nicht mehr sehen, ich fand es zu unruhig, es hat mich abgelenkt. Jetzt habe ich die Postkarten an die Innentüren meines Schrankes gehängt. Sie zaubern jedes Mal wenn ich ein Outfit aussuche ein Lächeln auf mein Gesicht.

Mein Schrank ist jetzt sehr durchdacht, voller kleiner süßer Boxen, sehr übersichtlich, nicht überfüllt und ich stehe wieder gerne davor – denn Schluss mit Kompromissen, da sind jetzt wirklich nur Sachen drin, die ich gerne mag!

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“Aufräumen ist nur ein Werkzeug, nicht das eigentliche Ziel. Das eigentliche Ziel ist es, den Lebensstil einzurichten, den Du Dir wünscht, sobald Dein Zuhause in Ordnung gebracht ist.”

– Marie Kondo

Sein Zuhause zu entrümpeln bedeutet gleichzeitig auch, dass man sich mit seiner Vergangenheit beschäftigt und entscheidet, welche Teile keinen Platz mehr im aktuellen Leben haben. Außerdem schult das Ausmisten die Entscheidungsfähigkeit und erhöht das Vertrauen in das eigene Bauchgefühl.

Das „KonMari Projekt“ hat mir soviel Spaß gemacht und mir soviel tolle neue Erkenntnisse und Ideen gegeben, dass ich mir auch das zweite Buch „Spark Joy“ von Marie Kondo bestellt habe – was mal ganz nebenbei eines der schönsten Bücher ist, dass ich je besessen habe! Einfach so liebevoll gestaltet. Das zweite Buch ist kein Muss für die Anwendung der KonMari -Methode, aber Marie Kondo geht hier auf einzelne Themen und Punkte, sowie die Organisation verschiedener Wohnbereiche noch genauer ein – gepaart mit ein paar sehr schönen, philosophischen Ansätzen zum Thema Aufräumen.

Habt ihr selbst schon Erfahrungen mit Ausmistmethoden wie KonMari gemacht oder das Buch vielleicht selbst gelesen? Hinterlasst mir gerne eure Erfahrungen in den Kommentaren.

xx Stefanie

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2 Comments

  1. 10. Oktober 2016 / 12:56

    Sehr schön zusammengefasst. Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und finde, dass sich ein paar Dinge eher auf Menschen beziehen, die ein richtiges Chaos Problem haben und auch eher alleine wohnen. An diesem Punkt war ich dann doch nicht allzu erleuchtet. Auch die Aussage, man müsse alles auf einmal machen und quasi ein riesen Chaos veranstalten…finde ich nicht ganz alltagstauglich. Mein Freund würde mir glaub ich den Hals umdrehen, wenn ich plötzlich alles aus den Schränken und Regalen auf einen Haufen schmeissen und es über Tage aussortieren würde. Auch ist es recht schwierig, die aussortierten Sachen unterzubringen, da man ja nun nicht alles wegwerfen oder direkt weitergeben kann. Alles in einem kann man ein paar Dinge aus der KonMari Methode mitnehmen, für jeden ist sie dann doch nichts. Liebe Grüße!

  2. 12. Oktober 2016 / 22:53

    Es ist auf jeden Fall sehr viel Arbeit, da hast du Recht und man muss sich mindestens ein oder zwei Wochenenden freischaufeln. Ich glaube in dem Buch erwähnt sie sogar, dass manche ihrer Kunden den kompletten Jahresurlaub genommen haben um ihr Haus auszumisten 😀 Und ja, am Einfachsten ist die Methode wenn man alleine wohnt…es sei denn es stehen wirklich beide hinter dem Projekt! xx

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